{"id":13246,"date":"2025-12-16T18:17:04","date_gmt":"2025-12-16T17:17:04","guid":{"rendered":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/?p=13246"},"modified":"2025-12-16T18:59:05","modified_gmt":"2025-12-16T17:59:05","slug":"wenn-es-zuhause-nicht-mehr-sicher-ist-faelle-von-haeuslicher-gewalt-in-nrw-steigen-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/2025\/12\/16\/wenn-es-zuhause-nicht-mehr-sicher-ist-faelle-von-haeuslicher-gewalt-in-nrw-steigen-weiter\/","title":{"rendered":"Wenn es Zuhause nicht mehr sicher ist \u2013 F\u00e4lle von h\u00e4uslicher Gewalt in NRW steigen weiter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/banner-diese-woche-im-landtag-01.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10267\" src=\"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/banner-diese-woche-im-landtag-01.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/banner-diese-woche-im-landtag-01.jpg 700w, https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/banner-diese-woche-im-landtag-01-300x111.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Im April dieses Jahres ersch\u00fctterte ein besonders grausamer Femizid die ostwestf\u00e4lische Kleinstadt Espelkamp: auf brutale Weise t\u00f6tete ein 45-j\u00e4hriger Mann mit mindestens 32 Messerstichen seine Ehefrau im Schlaf. Das Gericht wertete die Tat als klassischen Femizid, bei dem patriarchale Gewalt und Besitzdenken als zentrale Motive identifiziert wurden.<\/p>\n<p>Den Wunsch der Ehepartnerin nach einem selbstbestimmten Leben konnte der T\u00e4ter nicht akzeptieren, was in der t\u00f6dlichen Gewalt gipfelte. Der T\u00e4ter wurde vom Gericht wegen Mordes aus niedrigen Beweggr\u00fcnden und Heimt\u00fccke zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.<!--more--><\/p>\n<p>Im August 2025 kam es in Lippstadt zu einem weiteren tragischen Femizid, bei dem eine 36- j\u00e4hrige Frau durch mehrere Messerstiche ihres Partners get\u00f6tet wurde. Trotz polizeilicher Ma\u00dfnahmen, darunter ein Wohnungsverweis und ein R\u00fcckkehrverbot f\u00fcr den Tatverd\u00e4chtigen, konnte die Tat nicht verhindert werden.<\/p>\n<p>Dieser Fall verdeutlicht, dass bestehende Schutzmechanismen in Situationen h\u00e4uslicher Gewalt nicht immer ausreichen, um die Sicherheit der Betroffenen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h3 class=\"spd-ob-crossheading\">Pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>&#8222;Diese beiden F\u00e4lle stehen beispielhaft f\u00fcr die Herausforderungen im Umgang mit Gewalt in Partnerschaften. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, pr\u00e4ventive und koordinierte Ma\u00dfnahmen zu st\u00e4rken, um gef\u00e4hrdete Personen besser zu sch\u00fctzen und weitere Gewalttaten zu verhindern. Angesichts der weiterhin hohen Zahl von Femiziden in Nordrhein-Westfalen ist es von zentraler Bedeutung, die bestehenden Strukturen und Instrumente des Gewaltschutzes kritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen, gegebenenfalls zu verbessern und konsequent auszubauen&#8220;, erkl\u00e4rt die SPD-Politikerin Sonja Bongers.<\/p>\n<p>Das eigene Zuhause ist idealerweise ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Leider entspricht das nicht der Realit\u00e4t f\u00fcr jeden Menschen in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen. Das belegen erneut die j\u00fcngsten Zahlen des Bundeskriminalamts von Ende November 2025.<\/p>\n<p>Das aktuelle Lagebild &#8222;Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024&#8220;, das nun im zweiten Jahr in Folge von der Bundesregierung ver\u00f6ffentlicht wird, zeigt, dass h\u00e4usliche Gewalt und geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Gewalt um weitere 3,8 Prozent gestiegen ist und damit einen neuen H\u00f6chststand erreicht hat. Demnach waren im vergangenen Jahr 265.942 Menschen, davon mehr als 73 Prozent weiblich, von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen. Im F\u00fcnfjahresvergleich betr\u00e4gt der Anstieg fast 18 Prozent.<\/p>\n<p>Im Kontext der Partnerschaftlichen Gewalt handelt es sich bei den Betroffenen mit einem Anteil von 80,6 Prozent \u00fcberwiegend um Frauen. Fast t\u00e4glich wird in Deutschland ein Femizid begangen, also eine Frau aus frauenfeindlichen Motiven get\u00f6tet. 308 Frauen und M\u00e4dchen verloren deshalb im Jahr 2024 ihr Leben, 191 von ihnen durch Menschen aus dem n\u00e4heren Umfeld. Insgesamt wurden 859 Frauen und M\u00e4dchen Opfer eines versuchten oder vollendeten T\u00f6tungsdelikts.<\/p>\n<p>Insgesamt bedeuten diese Zahlen, dass durchschnittlich pro Stunde 15 Frauen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt werden \u2013 eine alarmierende Zahl. Die Frequenz und der Schweregrad der Gewalterfahrung ist bei Frauen \u00fcber alle Gewaltformen hinweg h\u00f6her als bei M\u00e4nnern. Rund ein Viertel der Opfer von Partnerschaftsgewalt wird mehrfach Opfer.<\/p>\n<p>Zudem erleben die Betroffenen von Partnerschaftsgewalt oft mehrere Gewaltformen. Von innerfamili\u00e4rer Gewalt sind am st\u00e4rksten Kinder zwischen 6 und 14 Jahren betroffen. Dies spiegelt sich auch im Alltag in Frauenh\u00e4usern wider \u2013 dort wohnen mehr Kinder als Frauen, da 60 Prozent der Frauen mit ihren Kindern ins Frauenhaus kommen. Kinder, die diese Gewalt miterleben, sind h\u00e4ufig traumatisiert und ben\u00f6tigen schnell fachgerechte Unterst\u00fctzung. Doch nicht alle Frauenh\u00e4user sind daf\u00fcr entsprechend ausgestattet. Oft fehlt es an kindgerechten R\u00e4umlichkeiten und Fachkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Bei den Zahlen handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs. Die Realit\u00e4t d\u00fcrfte viel dramatischer aussehen. Denn viele Taten h\u00e4uslicher, partnerschaftlicher und digitaler Gewalt werden erst gar nicht angezeigt, etwa aus Angst, Abh\u00e4ngigkeit oder Scham. Die Anzeigequote liegt meist unter zehn Prozent, bei Partnerschaftsgewalt sogar unter f\u00fcnf Prozent. Das zeigen erste Ergebnisse der Dunkelfeld-Studie &#8222;Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)&#8220;.<\/p>\n<p>Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 f\u00fcr Nordrhein-Westfalen, die im M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlicht wurde, zeichnete bereits ein \u00e4hnliches Bild f\u00fcr Nordrhein-Westfalen. Auch hier gab es 2024 mehr F\u00e4lle von h\u00e4uslicher Gewalt als im Vorjahr. W\u00e4hrend die Gesamtkriminalit\u00e4t um 1 Prozent zur\u00fcckgegangen ist, sind die F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt im Vergleich zu 2023 um 1,9 Prozent gestiegen. Dahinter stehen 61.406 F\u00e4lle, in denen Personen im eigenen Zuhause, der Familie oder in ihrer Partnerschaft Gewalt erfahren haben. Hierzu z\u00e4hlen insbesondere: einfache und gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung, Bedrohung, Stalking oder N\u00f6tigung.<\/p>\n<h3 class=\"spd-ob-crossheading\">Gesetz muss kommen<\/h3>\n<p>Die neuesten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen deutlich, dass die Landesregierung mehr tun muss, um Menschen in Nordrhein-Westfalen in ihrem Zuhause und vor der eigenen Familie oder dem Partner zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>&#8222;Nordrhein-Westfalen muss das beschlossene Gewalthilfegesetz zeitnah und effektiv umsetzen. Bereits ab sp\u00e4testens 2030 muss jeder schutzsuchenden Frau ein Platz in einem Frauenhaus erm\u00f6glicht werden. Dem Landtag muss noch in dieser Legislaturperiode den Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention vorgelegt werden&#8220;, so Bongers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April dieses Jahres ersch\u00fctterte ein besonders grausamer Femizid die ostwestf\u00e4lische Kleinstadt Espelkamp: auf brutale Weise t\u00f6tete ein 45-j\u00e4hriger Mann mit mindestens 32 Messerstichen seine Ehefrau im Schlaf. 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