{"id":582,"date":"2007-05-17T16:00:00","date_gmt":"2007-05-17T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meier-gerdingh.de\/spd-oberhausen\/wp\/?p=582"},"modified":"2017-05-14T15:26:57","modified_gmt":"2017-05-14T13:26:57","slug":"eine-schule-fuer-alle-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/2007\/05\/17\/eine-schule-fuer-alle-2\/","title":{"rendered":"Eine Schule f\u00fcr alle!"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/eine_schule_fuer_alle.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"http:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/eine_schule_fuer_alle.jpg\" alt=\"Norbert M\u00fcller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW NRW, und Wolfgang Gro\u00dfe Br\u00f6mer (MdL), Vorsitzender der Oberhausener SPD, diskutierten \u00fcber die Verbesserung des NRW-Schulsystems\" width=\"200\" height=\"147\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Norbert M\u00fcller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW NRW, und Wolfgang Gro\u00dfe Br\u00f6mer (MdL), Vorsitzender der Oberhausener SPD, diskutierten \u00fcber die Verbesserung des NRW-Schulsystems<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft unserer Kinder&#8220;, mit diesen Worten er\u00f6ffnete Cornelia Schiemanowski, Vorsitzende des Stadtverbandes Oberhausen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die gemeinsame Veranstaltung von GEW und SPD zur Zukunft des Schulsystems in NRW. Unter dem Motto &#8222;Eine Schule f\u00fcr alle?&#8220; diskutierten Norbert M\u00fcller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW NRW, und Wolfgang Gro\u00dfe Br\u00f6mer (MdL), Vorsitzender der Oberhausener SPD, \u00fcber M\u00f6glichkeiten zur Verbesserung des Schulsystems.<!--more--><\/p>\n<p><b>R\u00fcckschrittliche Schulpolitik verhindert Chancengleichheit der Kinder<\/b><\/p>\n<p>Einleitend wurde ein Filmausschnitt gezeigt, in dem sich Pisa-Forscher Andreas Schleicher zur wissenschaftlichen Bewertung des gegliederten Schulsystems \u00e4u\u00dferte. Darin machte Schleicher deutlich, dass selektive Schulsysteme wie in Deutschland zu schlechteren schulischen Leistungen f\u00fchren und insbesondere Kinder aus sozial schw\u00e4cheren Familien benachteiligen.<\/p>\n<p>In der Diskussion wurde deutlich, dass das selektive Schulsystem in NRW, das Kinder schon nach der vierten Klasse in unterschiedliche Schulformen sortiert, die Bildungschancen vieler Kinder verringert. So wurde bem\u00e4ngelt, dass sprachliche Defizite der Kinder mit Migrationshintergrund durch die Schule nicht ausgeglichen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Scharf kritisiert wurde dabei das neue Schulgesetz der schwarz-gelben Landesregierung. Es sei r\u00fcckschrittlich und zementiere zum Schaden der Kinder das selektive Schulsystem in Nordrhein-Westfalen, so Norbert M\u00fcller.<\/p>\n<p>B\u00e4rbel Weniger schilderte die Probleme des Schulsystems aus ihrer Sicht als Hauptschullehrerin. Sie verwies darauf, dass die Hauptschule schleichend aussterbe und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dieser Schulform kaum berufliche Perspektiven h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Michael von Tettau, Leiter des Bertha von Suttner Gymnasium betonte, dass die viel beschworene Durchl\u00e4ssigkeit des gegliederten Schulsystems in der Realit\u00e4t oft nicht funktioniere. Der Wechsel in eine Schulform, die einen h\u00f6heren Abschluss erm\u00f6gliche, f\u00e4nde fast nicht mehr statt. Von Tettau kritisierte, dass die Selektion im Schulsystem zur Zeit verst\u00e4rkt werde, statt sie abzubauen.<\/p>\n<p><b>Wie soll die Schule der Zukunft aussehen?<\/b><\/p>\n<p>Christel Jungmann, Moderatorin der Veranstaltung, verwies darauf, dass bei der Diskussion um die Zukunft des Schulsystems vieles in Bewegung sei. So fordern zwei CDU-B\u00fcrgermeister im M\u00fcnsterland die Einf\u00fchrung einer Gemeinschaftsschule, in Baden-W\u00fcrttemberg fordern \u00fcber 100 Schulleiter die Abschaffung des gegliederten Schulsystems und in Schleswig Holstein f\u00fchrt die gro\u00dfe Koalition die Gemeinschaftsschule ein.<\/p>\n<p>Norbert M\u00fcller skizzierte die Vorstellungen der GEW zur Entwicklung der Schule in NRW. Die GEW strebe eine Schule f\u00fcr alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an, in der alle Schulabschl\u00fcsse erworben werden k\u00f6nnten. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Ver\u00e4nderung der Schulstruktur zwar notwendig sei, um die bestehenden Probleme zu beseitigen, aber l\u00e4ngst nicht ausreiche. Er lie\u00df keinen Zweifel daran, dass dies nicht zum Nulltarif zu haben sei. Zur Verbesserung bed\u00fcrfe es kleinerer Klassen, einer Senkung der Pflichtstunden f\u00fcr Lehrer und einer verbesserten Lehreraus- und Fortbildung. &#8222;Wir brauchen ein breites B\u00fcndnis gesellschaftlicher Gruppen, um die Entwicklung des integrativen Schulsystems zu f\u00f6rdern&#8220;, so M\u00fcller.<\/p>\n<p>Dem stimmte Wolfgang Gro\u00dfe Br\u00f6mer bei der Erl\u00e4uterung der SPD-Positionen ausdr\u00fccklich zu. Nach dem Willen der SPD soll die Ausstattung der Schulen verbessert werden, indem die H\u00e4lfte der zus\u00e4tzlichen Steuereinnahmen des Landes in den Bildungsbereich investiert wird und gleichzeitig die durch sinkende Sch\u00fclerzahlen freiwerdenden Mittel nicht gek\u00fcrzt, sondern im Bildungsbereich belassen werden. Auch Gro\u00dfe Br\u00f6mer sieht in der Qualit\u00e4tsentwicklung der Schulen den entscheidenden Schl\u00fcssel zur Verbesserung des Bildungssystems. Eine umfassende und nachhaltige Qualit\u00e4tsverbesserung sei aber nur in einem ver\u00e4nderten Schulsystem zu erreichen. Die SPD bef\u00fcrworte die Einf\u00fchrung einer wohnortnahen Gemeinschaftsschule, in die alle Kinder von der 5. bis zur 10. Klasse gingen. Dabei k\u00f6nne es unterschiedliche Modelle geben, so etwa eine interne Differenzierung in Haupt-, Realschul- und Gymnasialzweige, aber auch ein vollst\u00e4ndig integriertes System bis Klasse zehn.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Diskussion erl\u00e4uterte Regina Trampnau, neue Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Oberhausen, die Vorstellung ihres Verbandes zur Entwicklung des Schulsystems. Der VBE bef\u00fcrwortet ebenfalls eine Schule, in der ein Lehrerteam alle Sch\u00fcler vom Jahrgang 5 bis 10 gemeinsam unterrichtet. Es ginge unter anderem auch darum, den Eltern die Angst zu nehmen, beim Wechsel in die 5. Klasse die falsche Entscheidung f\u00fcr ihr Kind zu treffen.<\/p>\n<p>In der folgenden Diskussion wurden weitere schulpolitische Aspekte angesprochen. So wurde gefordert, die finanzielle Ausstattung der Schulen zu verbessern, Sch\u00fcler der F\u00f6rderschulen st\u00e4rker in das Schulsystem zu integrieren und die Diskussion um das Schulsystem nicht mit Lehrerschelte zu verbinden. Ebenso wurde darauf verwiesen, dass die Gesamtschulen unter schwierigen Bedingungen versuchen, integrative Ans\u00e4tze zu verwirklichen und dabei gute Arbeit leisten. Gewarnt wurde davor, bei der Einf\u00fchrung einer Gemeinschaftsschule nicht durch zu starke innere Differenzierung die Probleme des gegliederten Schulsystems fortzuschreiben.<\/p>\n<p><b>Neue Bewegung f\u00fcr neue Schulen<\/b><\/p>\n<p>Wolfgang Gro\u00dfe Br\u00f6mer verwies darauf, dass es notwendig sei, f\u00fcr die Ver\u00e4nderung des bestehenden Schulsystems eine breite Unterst\u00fctzung zu organisieren. Gro\u00dfe Br\u00f6mer: &#8222;Wir m\u00fcssen die Menschen mitnehmen&#8220;. Norbert M\u00fcller begr\u00fc\u00dfte, dass sich die SPD in der Frage der Entwicklung des Schulsystems bewegt habe.<\/p>\n<p>GEW und SPD k\u00fcndigten an, die bildungspolitische Debatte fortzusetzen. Gemeinsam mit allen, die erkannt haben, dass das gegliederte Schulsystem bildungspolitisch versagt hat, sollen M\u00f6glichkeiten der Ver\u00e4nderung diskutiert werden. Ziel sei es, eine Entwicklung hin zu einem integrierten Schulsystem einzuleiten, das allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gleiche Chancen einr\u00e4umt, individuell f\u00f6rdert und niemanden zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft unserer Kinder&#8220;, mit diesen Worten er\u00f6ffnete Cornelia Schiemanowski, Vorsitzende des Stadtverbandes Oberhausen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die gemeinsame Veranstaltung von&hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"quellen":[],"class_list":["post-582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582"},{"taxonomy":"quellen","embeddable":true,"href":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-json\/wp\/v2\/quellen?post=582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}