{"id":632,"date":"2008-04-25T16:00:00","date_gmt":"2008-04-25T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meier-gerdingh.de\/spd-oberhausen\/wp\/?p=632"},"modified":"2017-05-14T15:02:53","modified_gmt":"2017-05-14T13:02:53","slug":"faire-regeln-fuer-praktika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/2008\/04\/25\/faire-regeln-fuer-praktika\/","title":{"rendered":"Faire Regeln f\u00fcr Praktika"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/grotthaus_05.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"http:\/\/meier-gerdingh.de\/wp-spd-ob\/wp-content\/uploads\/grotthaus_05.jpg\" alt=\"Wolfgang Grotthaus ist Mitglied des Bundestages f\u00fcr Oberhausen und Dinslaken\" width=\"140\" height=\"176\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Grotthaus ist Mitglied des Bundestages f\u00fcr Oberhausen und Dinslaken<\/p><\/div>\n<p><i>Die SPD-Bundestagsfraktion hat in dieser Woche ein Positionspapier zu fairen Regeln f\u00fcr Praktika beraten und beschlossenen. Hierzu erkl\u00e4rt der stellvertretende sozial- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Grotthaus, MdB:<\/i><\/p>\n<p>Die SPD-Bundestagsfraktion sieht dringenden gesetzlichen Handlungsbedarf. Sie fordert den Stopp von Missbrauch und Ausbeutung junger Menschen beim Berufseinstieg. Nach jahrelangem Studium und Ausbildung ist die H\u00fcrde in das Berufsleben f\u00fcr viele junge Menschen noch lange nicht geschafft. Eine aktuelle Studie, die vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, best\u00e4tigt, dass jeder F\u00fcnfte der heute 18- bis 34-J\u00e4hrigen mindestens ein Praktikantenverh\u00e4ltnis o.\u00e4. nach Abschluss der beruflichen Ausbildung absolviert hat. Mehr als 80% der freiwilligen Praktikanten werden in mindestens der H\u00e4lfte der Arbeitszeit wie normale Arbeitskr\u00e4fte eingesetzt. Die H\u00e4lfte, konkret 51% aller Berufseinstiegsverh\u00e4ltnisse, erhalten keine Bezahlung oder nur ein geringes Entgelt und dies, ohne eine Aussicht auf eine regul\u00e4re Anstellung. Die erhoffte Br\u00fcckenfunktion in ein regul\u00e4res Arbeitsverh\u00e4ltnis erf\u00fcllt sich nur in 22 % der F\u00e4lle.<!--more--><\/p>\n<p>Motivierte und leistungsbereite junge Menschen werden als Praktikant, Volont\u00e4r, Trainee, Hospitant oder mit \u00e4hnlicher Bezeichnung besch\u00e4ftigt, um Berufspraxis zu sammeln. In der \u00fcberwiegenden Zahl sind es aber keine Lernverh\u00e4ltnisse, sondern Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Knapp die H\u00e4lfte war w\u00e4hrend des Praktikums auf finanzielle Unterst\u00fctzung anderer angewiesen. Berufseinstiegsverh\u00e4ltnisse sollen das Ziel haben, sich in einen Beruf hineinzulernen und -zudenken, um Einblicke in Themenfelder und Arbeitsabl\u00e4ufe zu gewinnen, Wichtig ist, dass Berufseinstiegsverh\u00e4ltnisse zu Lernzwecken genutzt werden. Nur so verkehrt der Vorteil nicht zum Nachteil. Die SPD-Bundestagsfraktion will nicht Praktika verhindern, sondern ihren Missbrauch verhindern. Es geht um eine arbeitsrechtliche St\u00e4rkung von Praktika. Wir wollen Rechtsklarheit schaffen und das Praktikum klarer als solches definieren. Die Forderungen an den Gesetzgeber hat die SPD-Bundestagsfraktion in einem Positionspapier aufgestellt.<\/p>\n<p>Grundlegend ist eine Vertragsniederschrift, die Praktikanten und Unternehmen verdeutlicht, dass es sich bei einem Praktikum um ein Lernverh\u00e4ltnis handelt. Bei der Ausgestaltung eines Berufseinstiegsverh\u00e4ltnisses m\u00fcssen Lerninhalte und -ziele klar sein. Damit wird mehr Transparenz und Rechtsklarheit geschaffen.<\/p>\n<p>Wenn Praktikanten als Arbeitnehmer eingesetzt werden, muss der jetzt schon bestehende Anspruch auf angemessene Verg\u00fctung einfacher durchzusetzen sein. Gesetzliche Regelungen m\u00fcssen klarer gefasst werden und auch f\u00fcr Berufseinsteiger gelten. Schlechte Bezahlung oder gar unbezahlte Praktika m\u00fcssen der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Praktikanten, die als normale Arbeitskr\u00e4fte eingesetzt werden, soll die Durchsetzung ihres Verg\u00fctungsanspruchs erleichtert werden. Angesichts der verbreiteten Form des unbezahlten Praktikums, die ein Arbeitsverh\u00e4ltnis vermuten lassen, muss es im Streitfall ausreichen, wenn der Betroffene Tatsachen vortr\u00e4gt. Die Rechte der Betroffenen m\u00fcssen gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Schutz und Ausbau von Arbeitnehmerrechten war von jeher ein Anliegen der SPD. In dieser Tradition wollen wir nun den Berufseinstieg junger Menschen sichern und Missbrauch und Ausbeutung verhindern. Dass das Thema &#8222;Missbrauch von Praktika&#8220; aktuell ist, beweisen zwei Petitionen, die dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages vorlagen. Mit knapp 110.000 Unterschriften handelt es sich um die gr\u00f6\u00dfte Massenpetition seit Bestehen des Ausschusses. Dies zeigt, dass viele junge Menschen betroffen sind. Das Ziel, eine bessere Berufsperspektive f\u00fcr junge Menschen zu schaffen, werden wir nicht aus dem Auge verlieren. Um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir Klarstellungen im Bereich der Berufseinstiegsverh\u00e4ltnisse, um eine missbr\u00e4uchliche Nutzung zu verhindern und die jungen Menschen best\u00e4rken, f\u00fcr ihre Rechte einzutreten. Die im SPD-Positionspapier geforderten gesetzlichen Handlungsoptionen sollen diesen Weg erleichtern und mehr Rechtssicherheit bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SPD-Bundestagsfraktion hat in dieser Woche ein Positionspapier zu fairen Regeln f\u00fcr Praktika beraten und beschlossenen. 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